Laura Winkler

Laura Winkler

Biografie

Angefangen hat alles in Graz. Die dortige Kunstuniversität war über Österreichs Grenzen hinaus viele Jahre Gravitationszentrum für angehende Jazzer*innen und Musiker*innen mit osteuropäischem Hintergrund. Eingebettet in diese lebendige und vielfältige Szene studierte Laura Winkler, 1988 geboren und in der Steiermark aufgewachsen, Jazzgesang – und vertiefte sich gleichzeitig immer mehr ins Komponieren. Ihr erstes Album mit eigenen Stücken, Umami präsentierte Winkler 2010 als Leaderin des Quintetts aura:L sculptures. Im Anschluss an ihren Gesangs-Bachelor begann sie einen Masterstudiengang Komposition bei Ed Partyka, den sie ab 2012 an der Berliner Universität der Künste bei John Hollenbeck und Greg Cohen fortsetzte und 2013 – wiederum mit Auszeichnung – abschloss. Währenddessen gründete sie ihr couragiertes, ungewöhnlich klangfarbenreiches Wabi Sabi Orchestra.

Laura Winkler mit OP-1
© Lena Mucha

Auch nach ihrem Master blieb Laura Winkler in Berlin, bis heute schätzt sie die Metropole für ihr spezielles Lebensgefühl, ihre Offenheit und Kreativität. Nur wenige Monate nach ihrer Ankunft gründete sie die international besetzte und unkonventionell instrumentierte Popjazzfolk-Band Holler My Dear, die mittlerweile drei Alben bei Traumton Records veröffentlicht hat.

Eine musikalisch andere Richtung schlägt Winkler mit ihrer Electropop-Band kwena ein (mit Yasmin Hadisubrata, Ben Barritt und Joh Weisgerber). Abseits ihrer eigenen Gruppen wirkt(e) Winkler u.a. in Max Andrzejewski's Hütte, Maria Gstättners Projekt Inventar der Gegend und im a capella-Quartett Ensemble O mit.

Zudem verstärkt Winklers ausdrucksstarke Stimme die unmittelbare Intensität. Kraftvoll fliegt sie durch hymnische Melodien, phrasiert mal theatralisch, mal jazzig, wird gezielt lakonisch oder beschleunigt Richtung Sprechgesang. 
FAZ

Seit Jahren komponiert Laura Winkler für Theater- und zeitgenössische Tanzprojekte (Sophiensäle, HAU, Radialsystem V, Tao!) und für die Vorarlberger Konzertreihe Musik in der Pforte (2018 Streichquintett, 2020 Orchesterwerk im Rahmen von A Musical Friday For Future). Ebenso schreibt sie für Big Bands und zeitgenössische kammermusikalische Ensembles, darunter das Metropole Orchestra (Hilversum, NL), Ricciotti Ensemble (Amsterdam, NL), Fette Hupe (Big Band, Hannover), Graz Composers Orchestra. 2021 erhielt Winkler u.a. Kompositionsaufträge für das österreichische Oper/Musiktheater-Projekt Die lange Nacht von Allerheiligen, für die Käfigkonzerte Wien und zu einem in Berlin geplanten Festival mit Persisch sprechenden Sänger*innen und Chormusik. 

Jedes Stück steuert unaufhaltsam auf einen hymnischen Höhepunkt hin, in dessen glühendem Kern Winklers meisterhafte Singkunst strahlt.
Magazin Rondo

Kommunikation und Vernetzung innerhalb der Szene sind für Laura Winkler ebenso essentiell wie ihre künstlerische Arbeit. Schon in Graz engagierte sie sich in der Musiker*innen-Initiative Jazzwerkstatt und ließ sich von der damals dort anzutreffenden stilistischen Vielfalt inspirieren. In Berlin wurde sie bald eine treibende Kraft im KIM-Kollektiv (Kollektiv für Komponierte und Improvisierte Musik), mittlerweile leistet sie auch politische Arbeit im Vorstand der IG-Jazz Berlin. Getreu ihrem Anspruch, Musik nicht nur zu spielen, sondern auch über Inhalte, Formen und Strukturen nachzudenken. Diese Haltung zeigt sich auch in ihren Songtexten. Hintergründig reflektiert Laura Winkler über Politik, Gesellschaft und Zeitgeschehen, dabei verliert sie nie den ihr eigenen, zuversichtlichen Humor. 

Ein fröhlicher Tanz außer der Reihe. Gut gelaunter Widerstand, optimistische Entschlossenheit (...) mit poetischen, aufgeklärten Texten.
MDR

KONZERTHIGHLIGHTS

Akkordeonfestival Wien (AT), Bozcaada Festival (TUR), Brückenfestival Nürnberg (D), Conpass Osaka (JPN), Donauinselfest (AT), Eurojazz Festival Mexico City (MEX), ÖKF Teheran (IRN), Fusion Festival (D), Jarasum Festival (KOR), Jazzit Salzburg (AT), Jazzkaar Tallinn (EST), Jazzfestival Cairo (EGY), Jazzfest Berlin (D), Jazz Festival Almaty (KAZ), Jazzfestival Bishkek (KGZ), Jazzopen Stuttgart (D), Jazz & The City Salzburg (AT), Musik in der Pforte (AT), Lido Berlin (D), Nikolaisaal Potsdam (D), Porgy & Bess (AT), Odessa Jazz Festival (UKR), Open Ohr Festival Mainz (D), Orpheum Graz (AT), Reeperbahn Festival (D), Treibhaus (AT), Unterfahrt München (D), XJazz Festival Berlin (D).


PREISE/STIPENDIEN

KUG Förderstipendium 2009
Finalistin des Kompositionswettbewerbs ProJazz 2011
Finalistin beim Metropole Orkest Arrangers Workshop 2012
Ö1 Talentbörse 2011
BMUKK Startstipendium 2012
Stipendiatin des Vereins Yehudi Menuhin Live Music Now Berlin e.V 
„New Austrian Sound Of Music" 2016/2017 

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